Realschule Spaichingen

Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Welt

Andreas Huber, Wirtschaftsjurist und Mitglied im Club of Rome, Mitarbeiter bei der „Global- Marshall - Plan Initiative“ besuchte die Schüler der Klassen 10 der Realschule und vermittelte einen aufrüttelnden, nachdenklichen und doch wieder auch anspornenden Blick in die Zukunft unserer Welt.

85 Schüler der Klassen 10 der Realschule Spaichingen versammelten sich am vergangenen Freitag um 11.00 Uhr in der Aula der Realschule und waren ganz gespannt, was da wohl auf sie zukommen wird. Denn zuvor mussten sie sich kurzzeitig mit der Aufgabe auseinandersetzen: „Was hat China mit einer Badewanne zu tun?“  Die meisten konnten mit dieser Frage und auch der Bezeichnung „Global Marshall Plan“ nichts anfangen und man konnte die Fragezeichen auf ihren Gesichtern fast deutlich erkennen.

Andreas Huber, der Referent, kam als ehemaliger Schüler der Realschule Spaichingen recht gerne wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück und konnte dadurch auch sehr schnell und locker den Kontakt zu den Zuhörern herstellen. Die Schüler merkten sehr schnell, dass hier einer gekommen ist, der noch ihre Sprache spricht, aber schon sehr viel Lebenserfahrung mitbringt und sich in den Jahren nach der Realschule intensiv mit existentiellen Fragen der Zukunft beschäftigt hat und eben heute noch beschäftigt.

Ganz anschaulich stellte Andreas Huber die Herausforderungen durch das Bevölkerungswachstum auf der Erde dar. Er konnte an verschiedenen Weltkartenbeispielen aufzeigen, wie sich bestimmte Schwerpunkte weltweit verteilen. Hierbei löste er auch das Rätsel um China und die Badewanne, wobei er mit einfachen Mitteln verständlich machen konnte, warum die Bevölkerung in China immer noch wächst, obwohl dort seit vielen Jahren eine Geburtenkontrolle dieses Wachstum eigentlich eindämmt.

Der weltweite CO2 Ausstoß, der Energiehunger, der Eintritt in das Zeitalter der Kohlekraftwerke, die Vision, dass wir bald mehrere Planeten brauchen, wenn wir so weitermachen wie bisher – all diese Themengebiete wurden genauso angesprochen und veranschaulicht wie Klima, Trinkwassergewinnung, Ernährung, Krieg und Terror. Andreas Huber ging aber immer wieder auch auf die Ursachen für diese Entwicklung ein und verstand es, durch kleine Spiele und Filmsequenzen die Informationen so aufzulockern, dass es für die Schüler immer abwechslungsreich war. Dem Referenten kam es aber vor allem darauf an, den Schülern zu vermitteln, dass sie die kommende Generation sind, die von einem Großteil dieser Probleme betroffen sind und sie auch Lösungswege suchen und gehen müssen, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt.

Er zeigte Möglichkeiten auf, wie der Energiehunger möglicherweise gestillt werden kann, wenn schon bestehende Projekte umgesetzt werden. Die Vereinigung „Club of Rome“, dem Andreas Huber auch angehört, hat da schon konkrete Beispiele aufzuweisen. Er machte eindrucksvoll deutlich, dass es nicht um „weitere Versprechungen“ gehe – solche gibt es schon zur Genüge – sondern darum, die bisherigen Versprechungen umzusetzen, in der Politik, in der Wirtschaft. In einem Filmausschnitt eines Kabarettisten blieb in Bezug auf den herrschenden Egoismus vor allem die Aussage hängen: Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen „Zuviel war nicht genug“.  

Besonders überrascht hat er am Ende seines Vortrages, indem er den Schülern den „Geheimcode zur Rettung der Welt“ aufzeigte – er verdeutlichte, dass sie nicht immer „in Boxen, Schachteln, bekannten Mustern“ denken sollten, sondern anders, eigenständig, auch eigenständige Wege suchen und finden sollten. Die leidenschaftliche und fesselnde Art des Vortrages hat viele der anwesenden Schüler nachdenklich werden lassen.

In den Fächern EWG, Ethik und Religion werden die Themen „Globalisierung“ und „Verantwortung für die ganze Welt“ behandelt, und mit diesem außerschulischen Experten konnte die Sichtweise von außen hervorragend dargestellt werden.

Der Förderverein der Realschule Spaichingen hat diese Maßnahme kräftig unterstützt. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Investition ideell „rechnet“.