Zieliniewicz berichtet über seine Zeit als KZ-Häftling in Auschwitz und Dautmergen

„Ihr seid nicht verantwortlich für die vergangene Zeit, aber für die Zukunft“ 

Zusammen mit seinem Übersetzer Bernhard Pohler und Brigitta Marquart-Schad von der „Initiative Gedenkstätte Eckerwald e.V.“ kam der 89-Jährige am Donnerstag, den 23. April 2015 an die Realschule Spaichingen.

Jacek Zieliniewicz begann seinen Vortrag damit, dass die Jugendlichen nicht für die Vergangenheit, wohl aber für die Zukunft verantwortlich seien.

Er erzählte, wie er am Freitag, den 20. August 1943 in Polen von Gestapoleuten verhaftet wurde und bereits zwei Tage später, am Sonntag, in Auschwitz ankam. Anschließend sprach er sehr eindrücklich und bewegend über das geographische Ausmaß des Konzentrationslagers sowie über seine leidvollen Erfahrungen, die er dort machen musste. 

Nach einem Jahr in Auschwitz-Birkenau wurde er ins KZ-Dautmergen, einem Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof, gebracht. Aufgrund der katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen wog er bald nur noch 38 kg. „Ich bestand nur noch aus Haut und Knochen und darüber eine Schicht Schmutz.“, so Zieliniewicz. Zwei polnische Ärzte, die aus dem aufgelösten Zigeunerlager in Birkenau nach Dautmergen gekommen waren, halfen ihm. Einer gab ihm Holzschuhe, der andere brachte ihn im Spital unter. „Ohne die Hilfe der Ärzte hätte ich nicht überlebt.“, so der 89-Jährige.

Am 18. April 1945 wurde Jacek Zieliniewicz mit allen anderen Häftlingen auf die Todesmärsche getrieben. Er war in Ostrach, als er am 23. April 1945 durch französische Truppenverbände befreit wurde. Am gestrigen Tage, fast exakt 70 Jahre nach seiner Befreiung, war er nochmals in Ostrach.

Zieliniewicz beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Es ist sehr gut, dass ich ohne Angst und Hass hierher kommen kann. Gut, dass wir keine Feinde mehr sind, aber die Zukunft gehört euch und ihr müsst schauen, dass es keinen Krieg gibt und wir in Frieden leben. […] Alles Gute, meine Kinder und Freunde.“

Nachdem die Schüler ihm noch einige Fragen gestellt haben, bedankte sich die Geschichtslehrerin Mareike Wickertsheim im Namen aller Schüler und anwesenden Kollegen insbesondere bei Jacek Zieliniewicz für seinen beeindruckenden Vortrag, aber natürlich auch bei den Gästen für Ihr Kommen.